Plattform „Widersprüche und Gegensätze“

Grenzen des logischen Denkens als gesellschaftliche Herausforderung

Unser wissenschaftliches Zeitalter beruht auf Experiment und Logik. Dieser Denkrahmen hat eine objektivierbare Wirklichkeit erzeugt, in der Störungen selbst in hochkomplexen Systemen als Fehler lokalisiert und eliminiert werden können. Trotzdem nehmen Unruhe und Konflikte in unserer Welt weiter zu. Eliminiert sich der Mensch selbst, da er von Natur aus nicht fehlerfrei ist? Oder grenzt dieser Denkrahmen zu viel von der Wirklichkeit aus, so dass der Mensch sich seines Lebensraums beraubt.

Inhalt der Plattform

Die Plattform „Widersprüche und Gegensätze“ zeigt Grenzen des logischen Denkens auf und sucht nach alternativen Denkwegen. Heutzutage entziehen sich mehr und mehr gesellschaftliche Konflikte dem gewohnten Entweder-Oder Denken. Das Konfliktpotential unserer Gesellschaft steigt ständig an. Gegensätzliche Positionen und Widersprüche sind aber nicht notwendigerweise Störungen und Fehler, die es zu eliminieren gilt. Sie können auch Ausgangspunkt für fruchtbare Entwicklungen sein, wenn sie in erweiterten Denkformen moderiert werden. Anhand von Beispielen soll dieses Denken geübt werden.

Du musst verstehn!
Aus Eins mach‘ Zehn,
Und zwei lass gehn,
Und drei mach gleich,
So bist du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex‘,
Mach Sieben und Acht,
So ist’s vollbracht:
Und neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Einmal-Eins.
Johann Wolfgang von Goethe: „Faust“, Teil 1